Blogbeitrag von J.M.

Die Winterjahreswende einläutend, fand kurz vor den Herbstferien am Donnerstag, 26.Oktober und Freitag, 27.Oktober eine Ramadama-Aktion in der Freien Schule statt. Der gemeinsamen Entrümpelungs- und Ordnungsaktion der Schulgemeinschaft wohnten zahlreiche freiwillige Helfer bei. Unter der Regie von Schulleitung und Lehrerkollegium sollte nach dem Umzug Liegengebliebenes richtig eingeordnet, Unbrauchbares aussortiert, sowie Putzarbeiten oder Reparaturen getätigt werden.

Neuen Schülern wie Eltern bot sich neben der Arbeit in den Kreisen so ein Anlass, die Schulfamilie näher kennenzulernen. Der Kulinarik-Kreis versorgte die Helfer mit leckeren und gesunden Gemüsesuppen oder Süßspeisen. Neben der Mithilfe und dem betreuten Mal- und Spielangebot im Klassenzimmer der Rehe hatten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, alte Schätze vor dem Container zu retten und sprichwörtlich auf Schatzsuche zu gehen. Stolz wurden manche Funde präsentiert und in Kisten eingepackt oder eine persönliche Geschichte dazu erzählt. Denn manche Dinge aus dem Fundus stammen noch aus Sachspenden von Eltern aus der Zeit in Erlbach. So erzählte ein Schüler ehrfürchtig von dem bunt bemalten Puppenhaus aus Holz, welches ein Schreiner mit körperlicher Behinderung gefertigt habe, als er einen Spiegel davon in der Hand hielt.

Diese Aktion zeugt nicht nur von der Geschichte der Schule und den Familien und LehrerInnen, die die Schule schon lange begleiten und ihr Wachsen und Gedeihen mit unermüdlichem Einsatz unterstützen, sondern auch von den Abschieden und Veränderungen seit der Gründung der Freien Schule in Erlbach, die mit dem Umzug einhergingen. Die Ramadama-Aktion bot demnach zudem eine Gelegenheit, in der gemeinsam über Altes und Neues reflektiert werden konnte.

Auch auf seelischer Ebene kann das mitunter schmerzhafte Loslösen vom Alten Platz für Neues schaffen und den Samen für das Wiederaufkeimen einer starken Gemeinschaft setzen. Nichts anderes bedeutet der Beginn der Herbst- und Winterjahreszeit, dem neben der Ehrung der Verstorbenen in der Zeit um Allerheiligen (keltisch Samhain) wie Allerseelen gedacht wird und wie es Rudolf Steiner im Seelenkalender beschreibt. Die belebte Natur zieht sich zurück in das Innere, Geistige, und lässt L O S, bis sie sich im Frühling in neuer

schöner äußerer Pracht wieder zeigen darf. So bietet diese Zeitspanne auch für uns Menschen eine Chance, es der Natur gleich zu tun:

Es spriessen mir im Seelensonnenlicht
Des Denkens reife Früchte
In Selbstbewusstseins Sicherheit
Verwandelt alles Fühlen sich
Empfinden kann ich freudevoll
Des Herbstes Geisterwachen
Der Winter wird in mir
Den Seelensommer wecken.